Selbstreguliertes Lernen im Forder-Förder-Projekt

Das Forder-Förder-Projekt (FFP) dient der Individuellen Förderung selbst­regulierter Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern. Zur Zielgruppe gehören sowohl Schülerinnen und Schüler der Grundschule (Klas­sen­stu­fe 2 bis 4) als auch der Sekundarstufe I (Klas­sen­stu­fe 5 bis 9), die wöchentlich je zwei Stunden über interessengeleitete Themen eine Expertenarbeit schrei­ben und im Anschluss daran einen Expertenvortrag anfertigen. Ziel ist es, Kinder in Bereichen ihrer individuellen Interessen und Begabungen herauszufordern und sie damit zugleich bei der Entwicklung ihrer Lernkompetenzen zu fördern. Für die jüngeren Schülerinnen und Schüler werden gezielt Strategien des Selbstgesteuerten Lernens eingesetzt, mit älteren Schülerinnen und Schülern werden systematisch Strategien des Forschenden Lernens erarbeitet. Das FFP wird mittlerweile in vier unterschiedlichen Organisationsformen durchgeführt, wobei Lehrpersonen jeweils die Rolle von Lernberaterinnen und Lernberatern übernehmen. Mit dem FFP-Plus soll eine weitere Organisationsform zum wissenschaftlichen Arbeiten für Oberstufenschüler entwickelt werden.

Flyer


Video-Trailer zum FFP: FFP - Forschen in der Schule


Forder-Förder-Projekt im Drehtürmodell (FFP-D)

 

Seit dem Schuljahr 2001/2002 ist das FFP-D ein zusätzliches Angebot für besonders begabte Schülerinnen und Schüler für die Jahrgangsstufen 2 bis 6. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verlassen für das Projekt für eine Doppelstunde pro Woche den Regelunterricht. Das FFP-D ist besonders geeignet, Lern- und Motivationsschwierigkeiten bei Kindern mit besonderen Interessen und Begabungen vorzubeugen oder sie zu beheben.


Forder-Förder-Projekt im Regelunterricht (FFP-R)

 

Seit dem Schuljahr 2003/2004 wird das FFP-R im Regelunterricht allen Kindern einer Klasse an Schulen unterschiedlicher Schulformen angeboten. Alle Schülerinnen und Schüler arbeiten während der regulären Unterrichtszeit in einer Doppelstunde pro Woche an Expertenthemen ihrer Wahl. Fachlich liegt die Einbindung in den Deutschunterricht nahe.


Forder-Förder-Projekt Advanced (FFP-A)

 

Seit dem Schuljahr 2010/2011 wird das FFP-A für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 angeboten. Wie im FFP-D verlassen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Regelunterricht und entwickeln eine eigene Forschungsfrage. Sie planen eine Untersuchung, führen diese durch und werten die Daten aus. Ihre Ergebnisse verarbeiten sie in einer Expertenarbeit. Dabei nutzen sie Strategien des Forschenden Lernens.


Forder-Förder-Projekt Plus (FFP-Plus)

 

Mit dem FFP-Plus wird ab dem Schuljahr 2016/17 ein Format realisiert, das in der Sekundarstufe II zum Tragen kommt. Als Projektkurs bietet das FFP-Plus die Möglichkeit zum vertieften wissenschaftspropädeutischen Arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler werden, basierend auf ihren eigenen Interessen, vor allem mit Forschenden an Hochschulen in Kontakt gebracht und arbeiten an konkreten Forschungsvorhaben zum Themenschwerpunkt Lernen (`Forschendes Lernen – Das Lernen erforschen: Lernstrategien entwickeln, erproben, evaluieren´). Ziel dieser Projektform ist es, das wissenschaftsorientierte Arbeiten zu stärken und auf diesem Wege die Studienorientierung der Schülerinnen und Schüler zu fokussieren. Auf schulischer Seite lassen sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler als Projektkurs oder besondere Lernleistung anrechnen. Auf universitärer Seite wäre ein Einstieg in das Juniorstudium möglich. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, an einschlägigen Wettbewerben wie „Jugend forscht“ teilzunehmen. Eingebunden wird das Projekt in zwei Netzwerke der Zukunftsschulen.


Das Forder-Förder-Projekt-Plus digital

Seit dem Schuljahr 2016/17 wird das Forder-Förder-Projekt (FFP) auch für die gymnasiale Oberstufe angeboten. In diesem Format bietet es die Möglichkeit zum vertieften wissenschaftspropädeutischen Arbeiten. Die Schüler*innen werden, basierend auf ihren eigenen Interessen, vor allem mit Forschenden an der Hochschule in Kontakt gebracht und arbeiten an konkreten Forschungsvorhaben zum Themenschwerpunkt Lernen („Forschendes Lernen – Das Lernen erforschen: Lernstrategien entwickeln, erproben, evaluieren“).

Ziel dieser Projektform ist es,

  • Strategien des Selbstregulierten Lernens,
  • Elemente im Rahmen einer Bildung in einer digitalen Welt sowie
  • das wissenschaftsorientierte Arbeiten

zu stärken und auf diesem Wege die Studienorientierung der Schüler*innen zu fokussieren. Auf schulischer Seite lassen sich die Leistungen der Schüler*innen als Projektkurs oder als besondere Lernleistung anrechnen. Zudem kann es im Drehtürmodell als Fördermaßnahme durchgeführt werden. Auf universitärer Seite bietet das Projekt einen Zugang zum Juniorstudium.

Seit dem Schuljahr 2018/19 wird das Projekt mehr und mehr mit digitalen Elementen angereichert, die vor allem die Kooperation und Kommunikation aller Beteiligten verstärken sollen. Hierbei geht es pragmatisch um eine Balance zwischen Präsenzzeiten an der WWU und den Möglichkeiten einer Lernbegleitung im digitalen Raum. Mittels der Lernplattform Moodle werden vielfältige Ressourcen wie beispielsweise Lernvideos der Dozierenden zum Thema Lernen, begleitende Aufgabenstellungen und Tipps zur Verfügung gestellt sowie das Zeitmanagement der Teilnehmenden unterstützt.

Eine Datencloud ermöglicht darüber hinaus den Zugriff auf das eigene E-Portfolio (Dateiordner) der Schüler*innen. Mit Hilfe von geteilten Dokumenten ist es den Studierenden wiederum in Ihrer Rolle als Mentor*innen möglich, Beratung nicht nur vor Ort an der Universität, sondern auch nach Absprache über beispielsweise Kommentare in den Textdokumenten oder der gemeinsamen Arbeit an einer To-Do-Liste durchzuführen.

Für die Studierenden ist das FFP+ ein praxisnahes Angebot, um der Idee der individuellen Förderung in der Praxis in einem geschützten Raum unter Anleitung zu begegnen. Sie begleiten die Schüler*innen in diesem zweisemestrigen Seminar über ein Schuljahr. Ausgangspunkt ist eine Lernstandsdiagnostik durch Gespräche über die Lernbiografien der Schüler*innen und mit Hilfe eines strukturgebenden Kompetenzrasters speziell für das FFP+, auf dessen Grundlage auch die anschließende Förderung und Begleitung stattfindet.

Die Koordination aller Teilnehmer*innen, d. h. Lehrer*innen, Studierende, Schüler*innen und Dozent*innen stellt eine große Herausforderung für das lif dar, sodass auch die Netzwerkarbeit im Bildungsbereich ein wichtiger Bestandteil für das FFP+-Team ist. Auch hier werden Elemente einer digitalen Praxis erprobt und gemeinsam reflektiert. An diesem Projekt nehmen zurzeit sechs Schulen aus zwei Netzwerken der Zukunftsschulen teil.

Film zum FFP-Plus digital: